Medizinische Seiten im World Wide Web
Aktuelle Situation
Die Zahl der medizinischen Seiten im Internet ist enorm. Nebst dem Thema Computer und Sex liegen Medizinische Themen auf Platz 3.
Leider ist ein grosser Teil der Information unseriös, unwahr oder unbrauchbar. Ein anderer Teil ist offene oder öfter gut versteckte Werbung.
Wie schütze ich mich vor schlechter Information?
Seien Sie grundsätzlich misstrauisch.
So wie Sie nicht jedem, der an Ihrer Türe läutet sofort Ihr volles Vertrauen schenken, so sollten Sie es auch mit Sites im Internet machen.
Nachfolgend einige grundlegende Tipps:
- Suchen Sie als erstes nach dem Autor des Artikel. Dieser steht entweder im Impressum der Site oder gibt sich anderswo zu erkennen.
Eine Site ohne ersichtlichen Autor ist kaum seriös.
- Findet sich die Adresse eines Spitals, eines Institutes oder einer Universität, so suchen Sie in einer Suchmaschine nach dieser Institution. Sie werden staunen, was hier manchmal zu Tage kommt.
Beispiel
- Viele Surfer denken, dass eine Information, welche sich auf mehreren Websites findet, wahr sein müsse. Dies ist leider oft nicht der Fall. Es gehört zu den Tricks von Werbern und Scharlatanen, auf möglichst vielen Sites ihre Sicht zu verbreiten.
- Seien Sie vorsichtig, wenn auf einer medizinischen Seite oft von medikamentösen Therapien, insbesondere mit Nennung des Markennamens, geschrieben wird. Die Pharmaindustrie beschäftigt ein Heer von Werbern, Psychologen und Webmastern, um uns für ihr Produkt zu begeistern.
Beispiel Beispiel 2
- Wenn Sie denken, eine banale Krankheit oder eine leichte Befindlichkeitsstörung werde ziemlich dramatisch dargestellt, so surfen Sie vermutlich auf einer (getarnten) Seite eines Pharmaunternehmens. Grössere Pharmafirmen unterhalten eigene Abteilungen mit dem Ziel, uns Befindlichkeitsstörungen ohne Krankheitswert als behadlungsbedürftig darzustellen. Offenbar lohnt es sich.
Beispiel
- Seien Sie kritisch bei Angeboten wie "Gesundheitsaktionen", "Gratistests" usw., und zwar im Internet wie auch an Ihrem Wohnort. Auch in der Medizin wird nichts verschenkt und schon gar nicht von Pharmafirmen.
Beispiel
- Medizinische Foren, wo krankheitsgeplagte Menschen ihre Erfahrungen hinschreiben, sind nur zur Befriedigung des Voyeurismus tauglich. Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem Menschen mit Geltungsdrang und anderen psychischen Störungen ihre intimen Empfindungen ins Netz schreiben, oder dann solche mit irgendwelchen persönlichen Frustrationen.
Beispiel 1 - Beispiel 2
- Leider gilt ein Grossteil der oben erwähnten Punkte auch für Medizinsendungen.